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ThemaTakt - HipHop- & Musikbusiness

Einen wunderschönen Sonntag dir! In den letzten Wochen ist wieder viel passiert (wir hatten u.a. 30 Grad - what a time!) - zu den Musikbusiness-News geht's weiter unten, erstmal kommen ich zu aktuellen ThemaTakt-Folgen, die du vielleicht verpasst hast. Gott sei Dank, gibt es diesen Newsletter!

Aktuelle ThemaTakt-Folgen

  1. Im Zweiten Teil des Florence "Lupa" Bader-Interviews geht es darum, wie Lupa mit zig Redakteur*innen von rappers.in zu MZEE.com gewechselt ist. Wie sie das Magazin aufgebaut  - und warum sie vor kurzem nochmal viel umstrukturiert haben. (Wobei Lupas Mama übrigens geholfen hat.) Außerdem erklärt Lupa, warum MZEE-Redakteur*innen bei Interviews im Hintergrund stehen. Visa Vie ist eine von Lupas besten Freundinnen und hat die Folge mit einer Sprachnachricht bereichert. 
     
  2. Im Musikbusiness-Update Mai habe ich ein paar der wichtigsten News zusammengefasst. Wenn du diesen Newsletter liest, kennst du oft schon vorm erscheinen. (Das Update aka "das Hörbuch zum Newsletter" kommt übrigens immer am ersten Freitag im Monat raus.)
Folgen hören

Talk This Way-Podcast

Im zweiten Musikbusiness-Podcast, den ich moderiere (Talk This Way) sind auch zwei Folgen rauskommen:
  1. Mit Rapper und Producer Papke geht es sowohl um sein Album "Berlin Kotten", als auch darum, wie und warum er zu Walk This Way Records gegangen ist. 
     
  2. Erst seit ein paar Stunden draußen: Das Gespräch mit Rapper, Sporttrainer und Aktivist Syalbill Spill. Sein Album Okapi ist seit einer Woche draußen. Darum geht's im Interview, aber auch um Rassimuserfahrungen und seinen Kampf dagegen. Solltest du auch unbedingt hören.
Beide Interviews hörst du überall wo's Podcasts gibt. Und siehst du auf YouTube.

SYLABIL SPILL - Rapper, Sporttrainer, Rassimusbekämpfer | TALK THIS WAY Podcast

Spannendes aus der Musikwelt

Die Gema-Erträge sind 2020 gesunken

Im Vergleich zum Vorjahr um etwas mehr als 10% auf 958,8 Millionen Euro.
Laut Gema-Geschäftsbericht sind besonders die Einnahmen durch die öffentliche Wiedergabe von Musik um 43 Prozent gesunken. Das liegt daran, dass Clubs, Restaurants etc. geschlossen waren. Normalerweise ist das der stärkste Einnahmen Bereich. Von 407 Millionen Euro 2019 ist der auf 230 Millionen Euro gesunken. Die Gema konnte aber die eigenen Kosten senken und den Rückgang so etwas abfedern. Laut dem Vorstandsvorsitzenden Harald Heker ist das Ergebnis zwar zufriedenstellend, er warnt aber davor, dass die geringeren Gema-Ausschüttungen für viele Musikschaffende finanzielle Einbußen mit sich bringen wird. Im laufenden Jahr und auch noch 2022. Die Gema bietet ihren Mitgliedern deswegen auch 2021 Vorauszahlungen auf kommende Ausschüttungen an.

Zum Bericht (als PDF)

Analyse der Zahlen

Spotify hebt die Abo-Preise

Ich habe es im Musikbusiness-Update schon prophezeit, hätte aber nicht, gedacht dass es so schnell gehen würde. Aber bevor ihr euren Spotify-Account panisch kündigt: Es betrifft nicht jedes Abo. Erstmal geht’s um Premium Duo, Familien-Abos und die Preismodell für Studierende. Spotify hebt die Preise auch nur in UK und Europa. Studierende in Europa müssen dann ab jetzt einen Euro mehr zahlen (statt 4.99, 5.99) Duo steigt auch um 1 Euro auf 12.99 dafür steigt das Familien-Abo um monatlich 3 Euro von 14.99 auf 17.99.
Warner Music Group CEO Steve Cooper freut die Preiserhöhung und hofft, dass auch Amazon-, Apple Music und Deezer mitziehen. Die WMG hat laut Geschäftsbericht im 1. Quartal 2021 mehr als 20% mehr Einnahmen mit Streaming erzielt, bei steigenden Preisen steigen wohl auch die Einnahmen der Major Labels. 2019 hatte Midia-Research gezeigt, dass Spotifys Preis durch Inflation eigentlich um 26% gesunken war, während Netflix den Preis um 63% steigern konnte.

Wie lief es bei Bandcamp 2020
– Bandcamp ist einer der größten Verkäufer physischer Musik (CD, Vinyl, Kassette) weltweit
– durchschnittlich zahlen Leut, das 1,24-fache des gelisteten Preises – bei Tracks war es mit 1,41 höher und beim digitalen Bundle mit 1,63 am höchsten. Das Bundle ist z. B. die komplette Artist-Discographie oder mehrere Alben )
– Bandcamp Fridays (Bandcamp verzichtet an den Tagen auf den 15%-Anteil. Momentan ist das der erste Freitag eines Monats – falls ihr euer Release also gerade plant. Am ersten Freitag im Monat erscheint ja auch das Update hier. Vielleicht sollte ich das auf Bandcamp laden…)
– Bei den Käufen ist Hinter den USA und UK – Deutschland. 8% der Käufe kamen aus Deutschland. Bei der Generosität ist Deutschland allerdings nicht auf den Top-Plätzen sondern auf Platz 11 am meisten freiwilligen Aufpreis haben Leute aus Kanada und Luxemburg gezahlt.
– Bei Bandcamp kann man auch Tags zu seinen Songs oder Alben hinzufügen. Den meisten support haben Tags wie LGBTQ, BLM (für Blacklivesmatter) aber auch old school hip hop bekommen. Am wenigsten Support für epic metal, kosmische Musik oder berlin school electronic music.
– Laut Studie hat Bandcamp 2020 Brutto 177 Mio. Dollar eingenommen
– Die Components-Studie ruft Bandcamp am Ende aber dazu auf, die App und die API zu verbessern, mehr Marketing zu betreiben und große Künstler*innen auf die Plattform zu bringen. Die Sängerin Phoebe Bridgers hat z. B. einen Charity-Song veröffentlicht und damit fast 180.000 Dollar generiert.
– Aber auch das System muss sich ändern: So gibt’s bei Bandcamp keine In-App-Purchases, weil sonst Apple oder Google einen ordentlichen Teil von dem Geld behalten würden.

Danny Bokelmann wird Nachfolger von Kool Savas und startet als A&R Director GSA bei iGroove
iGroove ist ein Schweizer Musikvertrieb also ähnlich wie United Masters. Kool Savas bleibt Anteilseigner bei iGroove und Danny Bokelmann bleibt seinem eigenen Label Wolfpack Entertainment erhalten. Was ändert sich und warum hat Danny die Position angenommen? Das hat er mir per Sprachnachricht geschickt.

Danny habe ich in ThemaTakt-Folge 42 interviewt. Eine der meistgehörten Folgen. Viel Spaß damit.

Was ich aus dem MBW-Interview mit Jimmy Iovine mitgenommen habe:

  • Hatte vier unterschiedliche Karrieren (Engineering/Producing, Interscope, Beats, Streaming mit Apple Music) bei allen ist er, seiner Meinung nach, zu lange geblieben
  • Er hat gelernt, dass es nicht so sehr auf die Mikrophonierung ankommt, sondern die Person, die man aufnimmt (in dem Beispiel Elton John am Piano)
  • Es ist wichtig, ehrlich mit zu sein, wenn man Musik produziert
  • Die besten Producer aller Zeiten sind für Iovine Sam Phillips und Berry Gordy (George Martin, John Lennon und Paul McCartney waren aber auch ein starkes Producer-Team)
  • Dr. Dre kann das was in seinem Kopf ist besser umsetzen, als alle anderen Personen, die Iovine je getroffen hat

„When somebody from the record company walks into a room, there are three reactions they can have, and they can all only affect a record in a negative way. One is saying nothing, two is liking it, and three is not liking it. None of those things help. And I don’t want the artist having that noise in his or her head.“

Deals

Blackstone kauft Eone Music für 385 Millionen Dollar von Hasbro

Blackstone (nicht zu verwechseln mit dem größeren BlackRock) ist ein Investment-Unternehmen aus den USA. 2007 hat Blackstone z. B. Hilton für 27 Milliarden Dollar gekauft – schätzungsweise verwaltet das Unternehmen fast 620 Milliarden Dollar. Da kommen 385 Millionen, fast lächerlich vor. Tatsächlich hat der CEO im vergangen Jahr mit 524 Millionen Euro alleine durch seine Blackstone-Dividenden mehr Geld eingenommen. Aber darum geht’s jetzt nicht. Es geht um HipHop. Und zwar nicht wegen den 385-Millionen, sondern weil Entertainment One Music ein Indie-Label ist, das wiederum Labels gekauft hatte z. B. Artemis Records – darüber kam Musik von Kurupt oder den Ruff Ryders raus – und insbesondere Death Row Records, das 2Pac, Dr. Dre und Snoop Dogg rausgebracht hat. (Erstaunlicherweise konnte ich auf Eones Label „Last Gang Records“ keine HipHop-Artists finden.)
 

Jay-Z hat Tidal jetzt endgültig verkauft
80% des Musikstreaming Dienstes hat Square und Twitter-Gründer Jack Dorsey für 302 Millionen Dollar gekauft. Damit ist Tidal jetzt mit insgesamt ca. 377 Mio Dollar bewertet. Außerdem hat Tidal eine neue Marketing-Kampagne, die etwas irreführend ist. Der Slogan heißt „Pays Artists 4x More Per Stream Than The Other Guys“. Auch Apple Music hat im April stolz verkündet, dass sie pro Stream durchschnittlich 0.01 Dollar zahlen. Diese Pro-Stream-Raten sind aber immer mit vorsicht zu genießen: Streaming Dienste kalkulieren und zahlen NICHT einfach auf Basis der Streamzahlen. Sie zahlen einen Prozentsatz ihrer Gesamteinnahmen. Diese Gesamteinnahmen werden dan kompliziert und etwas eigenartig nach der Popularität einzelner Künstler*innen aufgeteilt und ausgezahlt. Und dann kommt’s auch noch auf die Verträge an, weil Spotify und co. nicht direkt den Artits das Geld gibt,sondern es erstmal an Label, Verlag etc. geht. Spotify und Apple sind auch schwierig zu vergleichen, weil ihr Spotify auch ohne Abo mit Werbung benutzen könnt, das aber viel weniger Geld reinbringt als wenn ihr ein Abo habt. Bei Apple und Tidal geht’s ohne Abo nicht, dadurch bringen Nutzer*innen durchschnittlich mehr Geld rein. Die Pro-Stream rate wird außerdem dadurch beeinflusst wie viel ihr streamt. Wenn ihr einen Song im Monat hört, ist die Rate natürlich viel höher, als wenn eure 10 Euro durch 2000 gehörte Songs geteilt wird.

19 Millionen Funding Runde für den NFT-Marktplatz Bitski
NFT steht für Non-Fungible Tokens also nicht austauschbare Dinge. Ist gerade ein Riesen-Thema in der Musikindustrie. Gehe ich in den nächsten Folgen etwas mehr drauf ein. Eine Plattform über die man NFTs kaufen kann, ist Bitski. Erst 2018 gestartet haben sie jetzt 19 Millionen als Funding-Geld von u. a. Jay-Z, Troy Carter und zuvor erwähnten Andreesen & Horowitz bekommen.

Jay-Z hat außerdem in Fitness-Startup Lit-Method investiert (mit seinem Unternehmen Marcy Venture Partners)Ein Heimtrainer Gerät, das fast 1.800 Dollar kostet. Monatlich kostet die zugehörige App 25 Dollar.
Beyonce hat einen Deal mit Konkurrent Peloton

Deezer hat in die Konzertstreaming-Plattform Dreamstage investiert Der Betrag ist nicht bekannt. Da gibt’s aber ziemlich viel Konkurrenz Live Nation hat z. B. die Plattform Veeps gekauft und will 60 Venues mit Kameras ausstatten. Sony Music hat in Maestro investiert. Und Universalmusic in die Plattform Venewlive. Warner Music hat Anfang Mai in die Virtuelle-Konzerte-Plattform Wave investiert. Ich bin gespannt welche Plattform sich in den nächsten Jahren durchsetzen kann. Sony Music hat nochmal 200 Mio. Dollar in Epic Games investiert.

Believe will in diesem Jahr an die Börse gehen und so 500 Mio. Euro einsammeln
Was sie mit dem Geld anstellen, erzählt Gründer und CEO Ladegaillerie im MBW Interview. Was ich mitgenommen habe:

  • 2028 wird Asien (Indien, China, Südost-Asien) der größte Musikmarkt sein. Europa + Uk auf Platz 2 und US auf 3.
  • Believe will statt Katalogen, lieber moderne Labels kaufen oder Labels mit großer Tradition (deswegen haben sie Nuclear Blast bspw. gekauft)
  • DSPs sollten nicht selbst zu Vertrieben werden

"TuneCore has been a super successful acquisition, because we saw the potential of that market before anyone else. When we acquired TuneCore, all the majors had looked at it, and all of them said, ‘This is not interesting. We don’t want it.’"

"TuneCore is still only a very small fraction of our revenues; it’s a large fraction of digital music sales, but it’s less than 10% of our [consolidated] revenues. But it’s a great business, and we’re going to continue investing into it."

Koops

Twitter-Koops
Twitter arbeitet mit Billboard (kennt ihr von den Billboard-Charts) zusammen, um eigene Musikcharts anzuzeigen. Unter dem Namen Billboard Hot Trending wird’s täglich Musikverwandte Top-Themen geben. Dabei geht’s nicht um die meistgestreamten Songs, sondern um die über die am meisten geredet wird. Twitter hat außerdem ein paar Content-Deals eingetütet unter anderem mit Genius. Zu der Verified-Serie soll es z. B. Twitter Q.&As und Umfragen geben.

Außerdem:

– Xatar NFT mit Sucuk und Bratwurst
– Cardi B und Reebok (Übergrößen)
– Kanye x Balenciaga x DMX-Shirt
– Nimo x Milka
– MGK bringt eigenen Nagellack raus

Spotify zeigt jetzt die einzelnen Streams von jedem Song an (im Browser zumindest) bislang konnte man nur die Streams der 5 (im vergangen Monat) meist-gestreamten Songs einer Küsntler*in im jeweiligen Profil sehen.

Hörenswerte Musik

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Dein Tobias Wilinski
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