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Inhalt:
  • Frauen*arbeit sichtbar machen
  • Serie: Unsere Berater*innen im Porträt
  • Aktuelles aus unseren Projekten
  • Veranstaltungsankündigungen

Frauen*arbeit sichtbar machen


Frauen*arbeit, also die von Frauen* geleistete Arbeit ist ein Thema, das uns in diesen Wochen besonders beschäftigt. Der Begriff Arbeit umfasst ja (vor allem im Fall von Frauen*arbeit) nicht nur bezahlte Tätigkeiten. Auch Ehrenamt ist Arbeit. Auch unbezahlte Überstunden sind Arbeit. Auch Hausarbeit ist, wie das Wort schon sagt, Arbeit. Die Pflege von Angehörigen, Homeschooling: alles Arbeit. All diese Formen von Arbeit werden nachweislich überwiegend, wenn nicht sogar hauptsächlich, von Frauen* geleistet. Sie sind Teil eines Rollenverständnisses, das von Frauen* erwartet, diese Tätigkeiten zu übernehmen wenn sie anfallen. Manche Frauen* identifizieren sich auch darüber, sehen das als Beitrag zur Gesellschaft. Und so ist es im Grunde ja auch: Unbezahlte Arbeit hält, wie wir gerade im vergangenen Jahr gesehen haben, die Gesellschaft am Laufen.

Rund um den letzten Weltfrauentag hieß es, Frauen* seien mehr von der Corona-bedingter Arbeitslosigkeit betroffen als Männer*. Die politische Vertretung schlug daraufhin vor, betroffene Frauen* sollten umgeschult werden, hin zu sichereren Arbeitsplätzen wie z.B. im MINT-Bereich (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Dass Frauen*, wenn es um Arbeit geht, eigentlich nicht arbeitslos werden können, im Fall der „Arbeitslosigkeit“ allerdings jene Tätigkeit verlieren, für die sie entlohnt werden, steht auf einem anderen Blatt. Und dass viele Frauen* in schlecht bezahlten Branchen tätig sind, ebenfalls. Und ebenso, dass sie nicht deshalb schlecht bezahlt werden, weil diese Arbeit entbehrlich ist (ganz im Gegenteil), sondern weil sie der Gesellschaft nicht mehr wert zu sein scheint (Pflege, Erziehung, Lebensmittelhandel,…). Als Alternative werden ihnen MINT-Berufe vorgeschlagen. Statt Brot soll frau* also Kuchen essen.

„Frauen*arbeit sichtbar machen“ war das Motto des Projektes „Frauenarbeit im Blick“, in dem die Arbeit der Spinnerinnen* und Weberinnen* von Ebensee nachgezeichnet wurde, welche Bedeutung sie zur Blütezeit der Ebenseer Weberei hatte. Wir greifen dieses Motto immer wieder auf und wollen den Scheinwerfer auf verschiedene Bereiche werfen. Mit unserer Textilwerkstatt soll der rote Faden aus dem Weberei-Projekt, die Arbeit mit dem Textil, weitergesponnen werden. Wir hoffen, dass wir ab Sommer damit Fahrt aufnehmen können. Im Rahmen der Kulturhauptstadt 2024 wird es hoffentlich ein weiterführendes Projekt dazu geben. Und unser Coworkingspace hat Platz für Frauen* die sich beruflich entfalten wollen. Ein Platz, an dem sie in Ruhe an Ideen arbeiten können, mit der Infrastruktur eines Büros und Möglichkeiten, sich zu vernetzen. Es werden wieder Plätze frei und wir freuen uns auf Nachfolger*innen. Aucn der Mai-Ausgabe unserer Radiosendung Villa LilaLaut haben wir und dem Thema gewidmet und uns mit zwei in der Architektur tätigen Frauen* ihre berufliche Praxis in einer Männer*domäne angeschaut. Wir wollen daraus eine Serie machen, uns noch weitere Arbeitsfelder anschauen, in denen Frauen* eine Minderheit darstellen und freuen uns über Vorschläge und Kontakte.

Frauen*arbeit sichtbar machen heißt auch, Frauen mit ihren Fähigkeiten und mit ihrem Engagement Raum und Aufmerksamkeit zu geben. Die Autorin Magdalena Stammler macht das mit ihrem Projekt „Heldinnen der Provinz“ im Rahmen des Festivals der Regionen. Wir freuen uns, dass sie uns in ihr Projekt einbezieht und mit uns eine Veranstaltung dazu organisiert. In unsere Runde kommt unter anderem die Philosophin Lisz Hirn, die mit uns über den Held*innen-Begriff diskutieren wird, musikalisch begleitet von Schwesternfolk. Wir sind optimistisch, dass der Juni wettertechnisch fröhlicher sein wird und probieren es nochmals mit einer Open Air-Veranstaltung im Rathauspark – am 20. Juni. Näheres dazu in den Veranstaltungen.

Apropos Autorin*: Ebenfalls inspirierend finden wir Gertraud Klemm, die am 20. Mai mit einer Lesung aus „Hippocampus“ bei uns das Aufleben der Präsenzveranstaltungen gefeiert hat. Sie kommt am 4. Juli wieder in die Region, dieses Mal nach Bad Ischl, um sich gemeinsam mit Magdalena Stammler, Lydia Haider, Barbara Rieger und Margit Schreiner an einer Wanderlesung durch den Sisipark zum Thema FrauenLandLeben zu beteiligen. Wir durften die Texte schon vorab sehen und sind verzückt. Schwerste Teilnahme-Empfehlung!

Und noch eine Künstlerin* hat uns im Mai besucht: Wir konnten endlich den lang geplanten Workshop mit Gloria Dimmel anbieten und waren begeistert, wie groß das Interesse daran war. Zehn einzigartige Vulven sind jetzt auch in Gips gegossen und es ist ein sehr berührender Moment, wenn die Form abgelöst und dieses detailreiche Organ zum Vorschein kommt. Doch nicht nur der Abdruck, auch die Gespräche, die während des Workshops entstanden sind, haben einen ganz besonderen Charakter. Es wurde deutlich, wie sehr uns der Austausch gefehlt hat, wie wichtig und nährend es für uns alle ist – besonders hier am Land – gemeinsam über patriarchale Strukturen, traditionelle Geschlechterrollen, selbstbestimmte Körperlichkeit und Sexualität zu reflektieren. Passend dazu gibt es weiter unten wieder zwei Buchempfehlungen.

UNSERE BERATER*INNEN IM PORTRÄT

Regina Kirchner


Ich bin seit mittlerweile zwanzig Jahren diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin auf einer chirurgischen Abteilung und wechsle mit Herbst in die Krankenpflegeschule als Lehrperson.

Mit meinem Mann und meinen drei wundervollen Töchtern bin ich gern in der Natur unterwegs. Außerdem lese, rätsle, backe und singe ich gerne, spiele Geige und entspanne beim Garteln.

Als ich letztes Jahr gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, Teil des Frauenforum – Berater*innen-Teams zu werden, musste ich keine Sekunde darüber nachdenken! Durch meine Ausbildung zur diplomierten Mentaltrainerin kann ich Mädchen und Frauen dahingehend unterstützen, sich wieder ihrer Selbst bewusst zu sein, sich so annehmen zu können wie sie sind, eine positive Lebenseinstellung (wieder) zu erlangen, sich Ziele zu setzen, Mut für Neues zu entwickeln und noch vieles Gutes mehr!

Ich freue mich auf ein Kennenlernen!

AKTUELLES AUS UNSEREN PROJEKTEN

Nachricht aus der Marktschwärmerei


Coworking Space

In unserem kleinen aber feinen Coworking Space gleich neben dem Frauenforumsbüro gibt es wieder freie Plätze! Zwei unserer Coworker*innen ziehen nach einer erfolgreichen Unternehmensgründung in ihr eigenes Büro weiter und schaffen damit Platz für neue Ideen!

Das Angebot richtet sich besonders an Frauen aus der Region, die selbstständig sind oder es werden möchten.  Aber auch an Menschen außerhalb des Salzkammerguts, die im Urlaub einen zeitlich begrenzten Arbeitsplatz brauchen oder ihren Arbeitsort kurzzeitig in eine Urlaubsregion verlegen wollen. Unser Coworking Space mit wunderschöner Aussicht kann auch stunden-, tage-, oder wochenweise flexibel angemietet werden. Gemeinsam finden wir eine passende Lösung für eure Bedürfnisse. Weitere Infos findet ihr auf unserer Homepage www.marktschwärmerei.at oder informiert euch direkt bei der Projektleiterin Elisabeth Potrusil-Kloyber (info@marktschwärmerei.at bzw. +43 650 4404791).
 

Radiosendung „Villa LilaLaut“


„Ich dachte, es liegt an mir“ – Frauen in der Architektur

Mehr als die Hälfte der Architekturstudierenden sind Frauen*. Davon ist in der beruflichen Praxis nicht viel zu spüren. Vor allem unter Selbständigen und in der Führungsebene sind fast nur Männer* zu finden. Mit den beiden Architekturschaffenden Sandra Cabrales und Angelika Hinterbrandner hat Birgit Hofstätter über deren Erfahrungen in der Ausbildung und der Berufspraxis gesprochen – zwischen Gläserner Decke, Lohnschere und Geniekult.
 

Neues in unserer Bibliothek

 
„Der Ursprung der Welt“ von Liv Strömquist

Verlagsinfo:  In Der Ursprung der Welt zeichnet die Autorin Liv Strömquist die Kulturgeschichte der Vulva nach – von der Bibel bis Freud, vom unbeholfenen Biologieunterricht bis hin zur aktuellen Tamponwerbung. Sie bedient sich des Mediums Comic, um in sieben Episoden auf nonchalante und scharfsinnige Art die noch immer geltenden patriarchalen Machtverhältnisse in Frage zu stellen und bestehende Probleme pointiert zu benennen.

Die studierte Politikwissenschaftlerin Liv Strömquist ist nicht nur eine umtriebige Künstlerin, sondern auch eine über die Grenzen der schwedischen Comic-Szene hinaus viel beachtete Stimme, die ihre politische Haltung und das soziologische Interesse zu feministischen und popkulturellen Phänomenen in den Fokus ihres Schaffens stellt. In ihren beliebten TV- und Radioformaten geht sie mit bissigem Humor und vernichtender Kritik gegen bestehende gesellschaftliche Machtstrukturen an.

„Vulva – die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts“ von Mithu M. Sanyal

Verlagsinfo: Was nicht existiert, benötigt keinen Namen, und was keinen Namen hat, existiert nicht. Das ist die Ausgangsthese von Mithu M. Sanyals bahnbrechender Studie über die Vulva. Sie sucht nach der Geschichte der Vulva und stößt in vergessenen Quellen auf fast sakrale Wertschätzung genauso wie auf hasserfüllte Diffamierung. Sie erzählt von Baubo, die in der griechischen Mythologie die Menschheit durch die Enthüllung ihres Genitals rettete, findet zahlreiche Darstellungen selbst in der mittelalterlichen Kunst, geht auf gewaltsame Verstümmelungen ebenso wie auf die Mode der Vaginalverjüngung ein, untersucht Schleiertanz und Striptease sowie die subversiven Performancekünstlerinnen Valie Export oder Annie Sprinkle. Eine kulturgeschichtliche Pionierarbeit für Leser jeden Geschlechts. Unterhaltsam, intelligent, provokativ, notwendig.
 

VERANSTALTUNGSANKÜNDIGUNG

 

Wozu Held*innen?! - Philosophieren im Park

Sonntag, 20. Juni 2021, 11 Uhr
Rathauspark Ebensee  

Was ist eigentlich ein*e Held*in? Wer kann ein*e Held*in sein, und wozu brauchen wir Held*innen überhaupt? Die Philosophin Lisz Hirn beschäftigt sich in ihrer Arbeit und Forschung unter anderem mit Feminismus und Superhelden. Sie gibt einen Anstoß, darüber nachzudenken, was der Begriff "Held*in" bedeuten kann, wie man ihn entschlüsseln oder ihn sich gar aneignen kann. Oder ob das vielleicht gar nicht so klug ist. Magdalena Stammler beschäftigt sich im Rahmen eines ihrer Projekte mit "Heldinnen der Provinz". Der Titel stieß bei den als "Heldinnen" auserkorenen Frauen selbst auf einigen Widerwillen: Möchte man sich etwa so einfach "Heldin" nennen lassen?! Eines steht jedenfalls für alle Beteiligten fest: Mit der geheimen Superkraft namens Vernunft lässt sich über alles reden - auch über Rolemodels und Frauenbilder.
 
Beteiligte: Lisz Hirn, Magdalena Stammler, "Heldinnen der Provinz", Festival der Regionen, Frauenforum Salzkammergut,
Musik: Schwesternfolk (formerly known as International Faeries bzw. Fabelhafte Furien)
Eintritt: Pay as you can
 
 

Treffpunkt: Mama-Kind-Treff

Mittwochs, außer an schulfreien Tagen, 9-11 Uhr
im Bunten Kinderhort, Kirchengasse 7
Herzlich willkommen ist jede Mama mit ihrem Kind/ ihren Kindern!
Verbringe einen netten Vormittag mit anderen Müttern und ihren Kindern!
Unkostenbeitrag: 2 €
Teilnahme begrenzt, Anmeldung unbedingt an Martina Weinberger 0676 947 77 66


Treffpunkt: Französisches Frühstück

Dienstags, einmal monatlich; 9:30-11 Uhr
im Frauenforum Salzkammergut, Soleweg 7/4
Bei Interesse Kontaktaufnahme per Telefon (06133 4136) oder Email (office@frauenforum-salzkammergut.at)


Veranstaltungstipp

FrauenLandLeben Wanderlesung

Sonntag, 4. Juli 2021, 11 Uhr
Sisipark, Bad Ischl
Lesung mit Magdalena Stammler, Lydia Haider, Gertraud Klemm, Barbara Rieger und Margit Schreiner
Weitere Informationen: https://fdr.at/project/frauenlandleben/


 
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