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Aktuelle Informationen vom 08.05.2020

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

das Robert-Koch-Institut (RKI) beendet seine regelmäßigen Pressebriefings, die zuletzt zweimal in der Woche stattfanden. Ab der kommenden Woche werde es diese nicht mehr geben, teilte RKI-Vizepräsident Prof. Lars Schaade mit. Zu Beginn der Krise sei es wichtig gewesen, das Geschehen einzuordnen durch häufige Unterrichtungen der Öffentlichkeit. Dies sei nun in dieser Frequenz nicht mehr notwendig. Pressekonferenzen werde es zwar weiterhin geben, dann aber anlassbezogen. Analog zu dieser Entwicklung haben auch wir auch die Erscheinungsweise des – zuletzt annähernd täglich versendeten – Corona-Mailings auf einen wöchentlichen Erscheinungstermin reduziert. Warum? Weil wir der Auffassung sind, dass die grundlegenden Weichen für ein sicheres Arbeiten in Zeiten der Pandemie bei der YNCORIS und im Chemiepark Knapsack gelegt und die damit einhergehenden Maßnahmen umfassend kommuniziert sind.

Wir befinden uns spätestens seit dem Bund-Länder-Beschluss vom 06. Mai – vor allem gesellschaftlich betrachtet – in einer neuen Phase der Pandemie. Auch Ministerpräsident Laschet hat in dieser Woche seine diesbezüglichen Pläne vorgestellt: sein „Nordrhein-Westfalen-Plan“ sieht für die einzelnen Bereiche unterschiedliche Stufen mit Zieldaten vor, die abhängig von der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens umgesetzt werden sollen. Der Plan folge dem Grundprinzip, dass Erleichterungen überall dort erfolgen können, wo Abstand und Hygiene oder geeignete Schutzregeln zu gewährleisten sind.

Wir werden demnach eine „neue Normalität“ (er)leben. Und vor genau diesem Hintergrund haben auch wir uns entschieden, die Erscheinungsweise des Mailings zu reduzieren und wieder verstärkt „normalen“ Kommunikationskanäle zu bedienen. Gleichwohl dürfen Sie sich darauf verlassen, dass wir Sie – auch an dieser Stelle – weiterhin über alle wichtigen Themen in Bezug auf die Corona-Krise sowie die damit einhergehenden Maßnahmen für YNCORIS und den Chemiepark Knapsack informieren werden.

Corona-News der Woche im Überblick
Welchen Zweck hat die "Globale Geberkonferenz" der EU-Kommission?

"Ich glaube, dass der 4. Mai einen Wendepunkt in unserem Kampf gegen das Coronavirus darstellen wird, denn heute versammelt sich die Welt." Mit diesen Worten eröffnete die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, die virtuelle Geberkonferenz, zu der sie eingeladen hatte. Regierungen von über 40 Ländern haben auf der Konferenz ihren finanziellen Beitrag zur Unterstützung im Kampf gegen das Coronavirus verkündet. Am Ende kamen 7,4 Milliarden Euro für die "Global Response"-Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und weiterer Partner zusammen. Die Initiative will alle internationalen Bemühungen bündeln um Diagnostika, Medikamente und Impfstoffe gegen Covid-19 zu erforschen, zu produzieren und anschließend gerecht zu verteilen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte, dass von der Geberkonferenz "ein Signal der Hoffnung für viele Länder" ausginge. Deutschland verpflichte sich auch dem Ziel, gemeinsam an einem Impfstoff zu arbeiten sowie Medikamente und diagnostische Mittel bereitzustellen. Mit 525 Millionen Euro beteiligt sich Deutschland deshalb direkt an der Geberkonferenz zur "Global Response" Initiative. Weitere 1,3 Milliarden Euro dienen Projekten für die globale Gesundheit. Ein Großteil der gesammelten Gelder gehen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (Gavi) und die Koalition für Innovationen in der Epidemievorbeugung (CEPI). Damit werden sie in ihrer Leistungsfähigkeit gestärkt.


Quelle: Bundesregierung

Heinsberg-Studie - welche belastbaren Ergebnisse gibt es?

Vor wenigen Tagen hat die Universität Bonn die Ergebnisse der sogenannten „Heinsberg-Studie“ veröffentlicht. Kaum war sie verfügbar, hagelte es auch schon Kritik. Dabei steht insbesondere die Dunkelziffer in der Diskussion, die die Anzahl der Menschen beschreibt, die bereits mit Covid-19 infiziert waren oder sind, ohne es zu wissen. Grundsätzlich lässt sich schon jetzt zusammenfassen, dass sich die Ergebnisse der Studie nicht einfach auf ganz Deutschland übertragen lassen. Mit den Zahlen lassen sich jedoch Simulationsmodelle zur Ausbreitung des Virus verbessern. Nichtsdestotrotz gibt es einige interessante Aspekte, die wir für Sie zusammengefasst haben:

Sterblichkeit durch Covid-19
Im Heinsberger Ortsteil Gangelt starben 7 Personen an Covid-19. Auf Basis der in der Studie ermittelten Infizierten beträgt damit die Sterblichkeit in Gangelt 0,37 Prozent. Die bisher bekannte Infektionsrate in der Gemeinde Gangelt lag bei 3 Prozent, die WHO gibt einen Wert von 0,7 bis 4 Prozent an. Selbst wenn man annähme, in Gangelt wären 8, 9 oder 10 Personen gestorben, läge der Wert immer noch am unteren Ende der Skala. Auch wenn sich die Sterblichkeitsrate nicht auf Deutschland hochrechnen lässt, weil dazu weitere Daten nötig wären, lässt sich doch vermuten, dass die Sterblichkeit eher niedriger ist als bisher vermutet.

Symptome
Viele Infizierte berichteten von Geruchs-und Geschmacksverlust. Weiterhin zeigten in Gangelt insgesamt 22 Prozent von allen Infizierten gar keine Symptome. Das bedeutet: Jeder vermeintlich Gesunde, der uns begegnet, kann unwissentlich das Virus tragen. Und das bekräftigt noch einmal, wie wichtig es weiterhin ist, Abstand zu halten.

Krankheitsverlauf
In Gangelt fiel auf, dass Personen, die an einer Karnevalssitzung teilgenommen hatten, deutlich häufiger von einer SARS-CoV-2-Infektion betroffen waren und ihr Krankheitsverlauf schwerer verlief als bei Menschen, die sich abseits des Karnevals angesteckt hatten. Die Zahlen können ein Hinweis darauf sein, dass Menschen bei Versammlungen in engen Räumen womöglich mehr Viren ausgesetzt sind – und deshalb möglicherweise schwerer erkranken.

Infektionsrisiko
Die Studie zeigt, dass die Infektionsraten bei Kindern, Erwachsenen und Älteren sehr ähnlich sind und offenbar nicht vom Alter oder Geschlecht abhängen. Das generelle Infektionsrisiko in Gangelt für einen Alleinlebenden lag bei 15,5 Prozent. Das Risiko stieg in einem Zwei-Personenhaushalt auf 44 Prozent, sank bei einem Drei-Personen-Haushalt auf 36 Prozent und lag in einem Vier-Personen-Haushalt bei 18 Prozent (jeweils bei einem infizierten Erwachsenen im eigenen Haushalt). Das ist überraschend. In Drei- oder Vier-Personen-Haushaltein mit einem infizierten Kind unter 18 war das Risiko, sich anzustecken, höher. Es lag bei 66 (3 Pers.) bzw. 33 Prozent (4 Pers.).

Zwei interessante Beiträge zur Heinsberg-Studie finden Sie hier und hier.

Die gute Nachricht

Wir hatten am 10. bzw. 13. April von insgesamt drei bestätigten Infektionsfällen mit dem Coronavirus bei Kollegen der Zentralfunktionen der YNCORIS berichtet. Wir freuen uns sehr, dass es den Kollegen mittlerweile besser geht und sie sich von ihrer Erkrankung zunehmend erholen.

Wir wünschen weiterhin gute Besserung!

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Dann schreiben Sie uns an corona-fragen@chemiepark-knapsack.de
Fragen und Antworten im Überblick